Kendoschweizermeisterschaft 2011

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Was ist Kendo?

Reflexion. Jeder von uns hat persönliche Ziele im Sport und im Leben, die wir auf verschiedene Weise anstreben können. Dennoch ist es der Weg, den wir gemeinsam mit Gleichgesinnten beschreiten, der uns viel weiter bringt.



"Wenn man aber den Weg der Wahrheit beschreitet, soll man sich eine geradlinige und aufrechte Einstellung bewahren, die ernsthaft darauf abzielen soll, das Prinzip der Kampfkunst mit dem Alltagsleben zuverschmelzen


  • Was ist Kendo?

    Kendo bedeutet im Japanischen "Weg des Schwertes" (Oshima et al. 2006:12) und hat seine Wurzeln in der von den Samurai bestimmten feudalen Gesellschaft des alten Japan. Seit dem 8. Jahrhundert praktizierten die Samurai Schwertübungen und prägten unzählige Stile und Schulen (Ryu) aus, die als Kenjutsu zusammengefasst werden. Diese Praktiken bilden die Basis für das moderne Kendo mit seinen über 2'000 Techniken. Kendo ist auf Angriff ausgerichtet. Die Entwicklung von Kampfgeist, Technik, Disziplin, innerer Ruhe ist zentral für diesen Sport. Zugleich werden über die körperlichen Übungen innere Haltungen und Werte vermittelt und eingeübt.

     
     
     
     Die Entwicklung des modernen Kendo begann in der Meiji Ära (1868-1912). Der japanische Kaiser leitete die Modernisierung Japans und die Auflösung der feudalen, mittelalterlichen Gesellschaft ein und beendete somit auch den Gefolgschaftsdienst der Samurai. Aus Angst vor Revolten wurde verboten, das Lang- und Kurzschwert (jap. Katana und Wakizashi) zu tragen. Die Schwertkunst aber überlebte in vielen kleinen Schulen, in denen sie über Generationen hinweg tradiert wurde. Die Techniken wurden mit einem Holzschwert (Boken oder Bokuto) geübt, manchmal mit oder auch ohne Schutzrüstung.

    Das moderne Kendo wird mit einer Sportwaffe, dem Shinai, einem aus vier Bambusstreben gefertigten Schwertersatz, ausgeführt. Als Schutz beim Vollkontakttraining dient eine vereinfachte Samurai-Rüstung, der Bogu, der früher aus Bambus und Leder, heute hauptsächlich aus Fieberglas gefertigt ist. Um die Verletzungsgefahr zu senken und die Sportlichkeit zu betonen wurden im Zweikampf (Shiai) die Trefferzonen auf den Helm (Men), den Brustpanzer (Do) und die Hände und Handgelenke (Kote) eingeschränkt und unlautere Tricks verboten. Unter der Rüstung trägt der Kendoka einen Hosenrock, eine weite Reit-Hose (Hakama) im Design des 16. Jahrhunderts, sowie eine abgesteppte Jacke (Gi) aus fest gewebter, indigoblauer Baumwolle.

     
     Eine funktionale und realistische Kampftechnik stellt das moderne Kendo nicht mehr dar. Der Japanische Kendo Verband hat nach dem 2. Weltkrieg erklärt, dass Kendo nur noch als Sport ausgeführt werden soll.(Oshima et al. 2006: 9) Heute wird Kendo in japanischen Schulen, Gymnasien und Universitäten praktiziert und geniesst grosses Ansehen als Teil der Bildung. Dadurch ist Kendo in der japanischen Populärkultur sehr prominent. Auch in Europa sind Bekanntheit und Verbreitung des Kendo in den letzten Jahren stetig gewachsen.

    Der Do (Weg) als Lebensschule und Charakterbildung und die philosophischen Aspekte des Kendo stehen im Vordergrund. So ist das Dojo, der Ort, an dem Budo-Künste wie Kendo gelehrt werden, buddhistischer Herkunft.(Oshima et al. 2006: 14) Buddhismus und Zen haben die geistige Haltung in der Schwertkunst und die Entwicklung des Kendo wesentlich beeinflusst. (vgl. Deshimaru 1978; Kammer 2007)

    Der Ehrenkodex der Samurai, das Bushido, oder übersetzt, der Weg des Kriegers, prägt bis heute den respektvollen und ritualisierten Umgang im Dojo und im Sport. Bushido basiert auf sieben zentralen Werten; dies sind:
    1. Richtige und ehrenvolle Entscheidung (Gi),
    2. Mut im Kampf und im Zivilleben,
    3. Wohlwollen und Grossmut gegenüber Kranken, Schwachen und Unterdrückten, Mitgefühl mit Menschen in Not und Achtung vor dem Feind (Jin),
    4. Respekt gegenüber Jedermann, insbesondere Eltern Familie, Vorgesetzen und Freunden (Rei),
    5. Aufrichtigkeit in Sprechen und Verhalten (Makoto),
    6. Ehre (Meiyo) und
    7. unbedingte Loyalität seinem Herrn gegenüber (Chugi).
    Dazu kommen weitere Werte

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